Am 1. Juni 2026 veröffentlichte die Tageszeitung Alto Adige ein Interview mit unserem Präsidenten Claudio Calè zum Thema der Attraktivität der öffentlichen Führung und der zunehmenden Verantwortung, die auf jenen lastet, die in der öffentlichen Verwaltung tätig sind.
Als DIRAP, Gewerkschaft der Führungskräfte der Autonomen Provinz Bozen, halten wir es für wesentlich, den Wert der öffentlichen Führungsfunktion wieder in den Mittelpunkt der Debatte zu rücken. Es braucht organisatorische, berufliche und institutionelle Rahmenbedingungen, die es Führungskräften und Funktionären ermöglichen, mit Ruhe und Sicherheit zu arbeiten und Entscheidungen im Interesse der Allgemeinheit zu treffen.
Es ist notwendig, ein Klima des institutionellen Vertrauens wiederherzustellen, in dem sich jene, die korrekt handeln und Verantwortung übernehmen, unterstützt und geschützt fühlen können.
Eine starke öffentliche Verwaltung braucht kompetente, motivierte Menschen, die konkret in die Lage versetzt werden, Entscheidungen zu treffen.
Eine Gelegenheit, darüber nachzudenken, wie öffentliche Entscheidungen tatsächlich zustande kommen, wer die institutionellen Gleichgewichte beeinflusst und nach welchen realen Mechanismen Macht in Italien ausgeübt wird: Das ist der Leitgedanke der Online-Veranstaltung, die der DIRAP zur Vorstellung des Buches Oligocrazia von Alfonso Celotto organisiert. Die Veranstaltung findet am Dienstag, 19. Mai, um 17.30 Uhr auf Microsoft Teams statt.
Mit dem Autor im Gespräch ist Claudio Calè, Sekretär des DIRAP. Im Laufe der Veranstaltung haben die Teilnehmenden auch die Möglichkeit, dem Autor direkt Fragen zu stellen.
Die Einladung richtet sich an die Mitglieder, kann aber gerne auch an Nichtmitglieder weitergeleitet werden.
Zur Teilnahme:
https://teams.microsoft.com/meet/398155957387236?p=wm6l3v9VC1uyqjdWrC
Weitere Informationen zum Buch:
https://www.bompiani.it/catalogo/oligocrazia-9788830153264
Die neuen ASTAT-Daten zum öffentlichen Dienst in Südtirol rücken das Thema der Arbeitsorganisation in den öffentlichen Verwaltungen erneut in den Mittelpunkt. Zum 31. Dezember 2024 sind im öffentlichen Dienst 51.144 Personen beschäftigt, 67,3% davon sind Frauen. In der Landesverwaltung arbeiten 12.388 Personen; von diesen sind 58,1% Pendlerinnen und Pendler. Unter den Führungskräften der Landesverwaltung steigt der Anteil der Pendlerinnen und Pendler auf 58,9%. Bozen bestätigt sich als wichtigster Anziehungspunkt der Pendlerströme.
Für die DIRAP – Gewerkschaft der Führungskräfte und leitenden Beamtinnen und Beamten bestätigen diese Daten die Notwendigkeit, die Instrumente der organisatorischen Flexibilität und insbesondere die Inanspruchnahme von Smart Working zu stärken. Nicht nur zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben, sondern auch aufgrund der wachsenden strategischen Bedeutung agiler Arbeitsformen in einem geopolitischen Kontext tiefgreifender Energiekrisen.
In diesem Zusammenhang kann die Reduktion nicht zwingend notwendiger Wege zwischen Wohn- und Arbeitsort durch klar geregelte Formen des Smart Working auch im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Effizienz eine sinnvolle Entscheidung darstellen. Das von ASTAT gezeichnete Bild ist daher nicht nur statistischer Natur, sondern auch ein organisatorischer und politischer Hinweis. In einem Land, in dem das Pendeln die öffentliche Arbeit so deutlich prägt, bedeutet die Investition in Flexibilität und modernere Arbeitsmodelle, die öffentliche Verwaltung nachhaltiger und widerstandsfähiger gegenüber den Herausforderungen der Gegenwart zu machen.
Wer das vollständige Dokument einsehen möchte, findet es auf der ASTAT-Website unter: Öffentlich Bedienstete - 2024 | Publikationen und verschiedene Statistiken diverser Themen
Podiumsdiskussion vom 12. März 2026 in Bozen
Am 12. März 2026 fand in Bozen die von der Gewerkschaft DIRAP organisierte Podiumsdiskussion „Haftung für Schäden zu Lasten der öffentlichen Hand und Rechnungshof“ statt. Die Veranstaltung bot eine wichtige Gelegenheit, eine Bestandsaufnahme der Neuerungen vorzunehmen, die mit dem sogenannten Foti-Gesetz (Gesetz Nr. 1/2026) eingeführt wurden und tiefgreifende Auswirkungen auf das Kontrollsystem des Rechnungshofes sowie auf die Haftung für Schäden zu Lasten der öffentlichen Hand der öffentlich Bediensteten haben.
Die Veranstaltung, an der sich über 250 Personen sowohl in Präsenz als auch online beteiligten, ermöglichte eine vertiefte Auseinandersetzung mit einer Reform von besonderer Tragweite. Aus den Beiträgen der namhaften Referentinnen und Referenten ging hervor, dass sich die aktuelle Lage noch immer in einem fortlaufenden Wandel und Anpassungsprozess befindet.
In seiner Einführung betonte der DIRAP-Präsident, Claudio Calè, dass das Thema der Haftung für Schäden zu Lasten der öffentlichen Hand keineswegs nur Fachleute betreffe, sondern ganz konkret die Qualität des Verwaltungshandelns, die Entscheidungszeiten, die öffentlichen Investitionen und die Dienstleistungen für die Bürgerinnen und Bürger beeinflusse. Er hob hervor, wie wichtig es sei, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Kontrolle und Entscheidungsfähigkeit zu wahren, und unterstrich, dass Verantwortung ein Element guter Verwaltung sein müsse und nicht zu einer Lähmung des Handelns führen dürfe. In diesem Sinne wollte DIRAP einen ernsthaften, ausgewogenen und nicht ideologisch geprägten Reflexionsraum schaffen, in der Überzeugung, dass Verantwortung ein Wert bleiben müsse, jedoch so ausgestaltet werden solle, dass Verwaltungshandeln ermöglicht und nicht entmutigt werde.
An der Veranstaltung nahmen die Landesrätin für Personal Magdalena Amhof, der Generaldirektor Alexander Steiner sowie die UNADIS-Generalsekretärin Barbara Casagrande teil. Unter den Referenten waren der Präsident der Rechtsprechungssektion für Emilia-Romagna des Rechnungshofes, Vittorio Raeli, Prof. Avv. Luigi Balestra, ordentlicher Professor für Zivilrecht an der Universität Bologna, Prof. Guido Rivosecchi, ordentlicher Professor für Verfassungsrecht an der Universität Padua, und Antonello Lirosi, Rechtsanwalt der Kanzlei Gianni & Origoni. Die Schlussfolgerungen wurden dem Generalsekretär der Autonomen Provinz Bozen, Eros Magnago, anvertraut.
Das vollständige Video der Veranstaltung ist unter folgendem Link verfügbar:
https://youtu.be/E5FAiKfmtiY?si=pR-RhYkEdHFpgGjM
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |